Autotelische Persönlichkeiten

Autotelische Persönlichkeiten

Manche Menschen gelangen eher als andere in den Flow-Zustand, sie werden autotelische Persönlichkeiten genannt. Sie können Situationen durch Umbewertung und Umstrukturierung in Flow-konforme Aktivitäten umwandeln.

„Flow-Aktivitäten sind nicht jedermann im gleichem Maße zugänglich“ ( Csikszentmihalyi, 1985 , S. 97). So gibt es große Unterschiede in der Häufigkeit und der Intensität, mit der Menschen es vermögen, in den Flow-Zustand zu kommen.

Csikszentmihalyi nennt Menschen, die schneller als andere in den Flow kommen , autotelische Persönlichkeiten .

Nach Csikszentmihalyi können folgende Fähigkeiten genannt werden, welche die autotelische Persönlichkeit auszeichnen:

Diese Personen können:

  • schwierige Situationen in zu bewältigende Herausforderungen umwandeln
  • eigene Möglichkeiten erkennen und sich erreichbare Ziele setzen
  • Handlungsmöglichkeiten realisieren
  • die eigenen Fähigkeiten verbessern und
  • die Konzentration auf einen beschränkten Umweltabschnitt lenken und ihre Selbstaufmerksamkeit reduzieren

Weiterhin scheinen Flow-Erfahrungen „das Selbst zu stärken, und ein stärkeres Selbst lässt flow-Erfahrungen leichter zustande kommen“ ( Csikszentmihalyi, 1988 , S. 386). Autotelische Personen haben also auch ein starkes Selbstvertrauen, außerdem sind sie in der Lage, bedrohliche Situationen in freudvolle Herausforderungen zu verwandeln. Im Gegensatz dazu gibt es Menschen, die eben nicht über diese Charaktereigenschaften verfügen.

Doch warum entwickeln manche Menschen diese autotelische Persönlichkeit und andere nicht? Kevin Rathunde (1987) liefert Anhaltspunkte zur Ontogenese der autotelischen Persönlichkeit. In seiner Längsschnittstudie zeigt er, dass Heranwachsende sehr viel eher über positive Erfahrungen berichten, wenn deren Eltern für sie erkennbar einen bestimmten Familienkontext präsentieren, im Gegensatz zu solchen Kindern, die ihre Eltern in diesem Punkt als schwach wahrnehmen.

Es wird vermutet, dass Kinder, die in solchen autotelischen Familienkontexten aufwachsen, auch in anderen Bereichen Aktivitäten an ihre eigenen Fähigkeiten anpassen, so dass sie Flow erleben und selbst schwierige Situationen neu strukturieren, um ein Gefühl der Kontrolle zu erhalten.

Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass eine autotelische Persönlichkeit anerzogen werden kann und somit auch Flow zu erleben erlernbar ist. Wenn die Interaktionen in der Familie so gestaltet werden, dass Flow-Erfahrungen wahrscheinlich sind, dann entwickeln die Kinder die notwendigen Fähigkeiten und können auch alltägliche Situationen und schwierige Herausforderungen in erfreuliche Angebote verwandeln ( Csikszentmihalyi, 1995 ).

Autotelische Persönlichkeiten können auch in normalen Situationen prinzipiell durch Umstrukturierung und Umbewertung in den Flow geraten.

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