Flow-Aktivitäten

Aktivitäten, die Flow begünstigen

Flow kann prinzipiell bei jeder Aktivität entstehen, er variiert jedoch in seiner Intensität. Tiefer Flow tritt vornehmlich bei Aktivitäten auf, die Menschen ihre Grenzen übertreffen lassen, geringer Flow dagegen eher bei Routinetätigkeiten, wie beim Arbeiten am Fließband oder bei der Hausarbeit.

Klar strukturierte Tätigkeiten begünstigen Flow ebenso wie Tätigkeiten, die sich an die eigenen Fähigkeiten anpassen lassen.

Flow bei allen Tätigkeiten möglich, jedoch eignen sich bestimmte Formen besser als andere. So wurde herausgefunden, dass solche Aktivitäten besonders zu Flow führen, die Personen das Übertreffen ihrer Grenzen ermöglichen. Csikszentmihalyi legt dafür Berichte von Hochseeseglern, Felskletterern, Tänzern, Chirurgen etc. vor (vgl. Csikszentmihalyi, 2000). Das genau dieses Art der Tätigkeit Flow begünstigt, ist nicht verwunderlich, da die Untersuchung von Massimini und Carli (1988) gezeigt hat, dass Flow dann eintritt, wenn die Fähigkeiten und Anforderungen auf einem hohen Niveau liegen. Und bei Tätigkeiten, die Menschen an ihre Grenzen und darüber bringen, ist genau diese hohe Passung gegeben.

Wie in den Komponenten des Flow-Erlebens genannt, charakterisiert Csikszentmihalyi Flow über die beschriebenen Komponenten, doch müssen nicht alle jederzeit erfüllt sein. Je nach Intensität des erlebten Flows variieren diese.

So konnten Thiel und Kopf (1989) ermitteln, dass bei tiefem Flow fast alle Teilnehmer die unwillkürliche Konzentration, das Zeitvergessen und die Flüssigkeit des Handlungsablaufes angaben. Nur etwa 50 % der Befragten erlebten dabei die Selbstvergessenheit. Bei geringem Flow, sogenanntem Micro-Flow wurden am ehesten die unwillkürliche Konzentration, die Abwesenheit von Selbstzweifeln und die Flüssigkeit des Handlungsablaufes angegeben.

Wie in den Flow-Bedingungen schon erwähnt, sind ebenso solche Aktivitäten besonders für das Flow-Empfinden geeignet, die eine klare Struktur und Regeln aufweisen.

„Bei Spielen wie Schach, Tennis oder Poker gerät man leichter in flow, weil die Ziele und Handlungsregeln es dem Spieler ermöglichen, zu handeln, ohne sich zu fragen, was er tun und wie er es tun sollte.“ ( Csikszentmihalyi, 1994 , S. 45).

Bei welchen Tätigkeiten eine bestimmte Person in den Flow gelangt, ist aufgrund der interindividuellen Unterschiede schwer vorauszusagen. Eine Tätigkeit, die bei einer Person Langeweile hervorruft, kann eine andere so stark fordern, dass diese eher Angst empfindet, während ein dritter dort in den Flow-Zustand gelangt. So sind solche Tätigkeiten von Vorteil, die dem Handelnden die Möglichkeit geben, die Anforderungen an die eigenen Möglichkeiten anzupassen und mit den Fähigkeiten der Person wachsen.

Als Beispiel können Computerspiele genannt werden, sie fangen meistens leicht an und steigern sich dann in ihrer Schwierigkeit von Level zu Level, so dass die Fähigkeit des Spielers mit fortschreitendem Spiel wächst, die Anforderungen sich gleichwohl erhöhen.

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