Flow-Bedingungen

Bedingungen für Flow

Es gibt zwei vorauslaufende Bedingungen, damit Flow prinzipiell möglich ist: Die Passung von Fähigkeit und Anforderung und die Eindeutigkeit der Handlungsstruktur.

Rheinberg (2004a) unterscheidet bei den von Mihaly Csikszentmihalyi aufgeführten Elementen des Flows vorauslaufende Bedingungen von den eigentlichen Merkmalen . Die zwei folgenden Bedingungen sind allerdings alleine für sich noch nicht ausreichend, weil auch Persönlichkeitsmerkmale mitbestimmen, ob ein Mensch bei einer bestimmten Tätigkeit in den Flow gerät.

  • Passung von Fähigkeit und Anforderung
  • Eindeutigkeit der Handlungsstruktur

Passung von Fähigkeit und Anforderung

Flow-Erleben setzt ein Gleichgewicht von persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten und den in der Situation wahrgenommenen Anforderungen voraus. Stellt die Tätigkeit zu geringe Anforderungen an die Person, ist es schwieriger, in den Flow zu kommen. Die Person wird eher Langeweile empfinden. Sind hingegen die Anforderungen zu hoch, wird ein Gefühl der Besorgnis oder sogar Angst hervorgerufen. Csikszentmihalyi spricht deshalb auch von einem Flow-Kanal und hat 1975 sein erstes Modell dazu entwickelt.

Beide Gefühle, Angst oder Langeweile, sind dem Flow-Erleben abträglich, die Passung von Fähigkeiten und Anforderungen sind jedoch immer subjektiv in Bezug auf den Handelnden zu sehen. Als Herausforderung, also die subjektiv gesehene hohe Anforderung, kann jede Handlungsmöglichkeit dienen, denn autotelisches Erleben kann bei jeder Aktivität auftreten ( Csikszentmihalyi, 1995 ).

Keine Aktivität kann den Flow hingegen permanent aufrechterhalten, da sich die Fähigkeiten während der Aktivität erhöhen und somit die Anforderungen im gleichen Maße laufend erhöht werden müssten.

Massimini und Carli haben in ihrer Studie gezeigt, dass die Passung von Fähigkeiten und Anforderung nur zu Flow führt, wenn beide Faktoren subjektiv überdurchschnittlich hoch ausgeprägt sind ( Massimini / Carli, 1991 ), niedrige Anforderungen und Fähigkeiten führen nicht zu Flow. Dieser Entwicklung hat Mihaly Csikszentmihalyi mit seinem erweiterten Flow-Modell von 1991 Rechnung getragen.

Csikszentmihalyi postuliert, dass die Passung von Fähigkeiten und Anforderungen sogar die wichtigste Bedingung für das Flow-Erleben ist. Aus diesem Grund wird auch diese Komponente bei der von ihm entwickelten Flow-Messmethode ESM untersucht.

Eindeutigkeit der Handlungsstruktur

Auch wenn das Ziel in einer autotelischen Aktivität eine meist geringe Bedeutung hat, muss es jedoch klar sein und Rückmeldungen müssen unmittelbar erfolgen. Sobald die Person längere Überlegungen über die Anforderungen oder Ziele ihrer Handlung anstellen muss, wäre die Konzentration auf die Aufgabe nicht mehr gegeben und Flow nicht mehr möglich. Zudem muss dem Handelnden jederzeit klar sein, ob er sich adäquat verhält, die Handlungsstruktur sollte widerspruchsfrei sein und eindeutiges Feedback ermöglichen, so dass die Folgen des eigenen Handelns klar interpretierbar sind. Müsste die Handlung mit jedem Schritt erst evaluiert werden, würde der Flow-Zustand unterbrochen werden.

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