Flow-Folgen

Folgen des Flow-Erlebens

Obwohl die Folgen des Flows mit positiven Gefühlen einhergehen, gibt es auch Gefahren. Flow kann weiterhin auch bei nicht gesellschaftskonformen Aktivitäten empfunden werden.

Nach Csikszentmihalyi geht jeder Mensch gestärkt und mit positiven Gedanken und Gefühlen aus einer Flow-Episode heraus. Vollzieht jemand eine Tätigkeit, weil sein Verhalten durch die in der Tätigkeit erfahrene Freude motiviert ist, steigert sich dabei sein Selbstvertrauen, seine Zufriedenheit und sein Gefühl der Solidarität mit anderen (vgl. Csikszentmihalyi, 2000 ).

Da Flow prinzipiell bei allen Aktivitäten empfunden werden kann, schließt das auch destruktive mit ein. So kann z. B. ein Bankräuber ebenfalls Flow empfinden, wenn es ihm gelungen ist, einen besonders schweren Safe zu öffnen.

Doch auch bei konstruktiven Tätigkeiten kann Flow mitunter gefährlich sein. Gerade die Komponente des Zeitvergessens ist problematisch. So berichteten Computer-Freaks in einer Untersuchung von Rheinberg (1985), dass der Flow-Zustand gefährlich sei, weil dadurch so viel Zeit absorbiert werden würde, dass andere wichtige Dinge des Lebens zu kurz kämen. Die erlebten positiven Gefühle während einer autotelischen Aktivität könnten einen suchtähnlichen Zustand hervorrufen, man möchte ihn immer wieder erleben und vernachlässigt dadurch andere Lebensbereiche.

Ein weiterer Gefahrenpunkt kommt insbesondere bei Extremsportarten zum Tragen. Beim Motorradfahren z. B. kann das Flow-Erleben zum Problem werden. Denn die vorher angestellten rationalen Überlegungen des defensiven Fahrens und andere gute Vorsätze verlieren bei Verlust der Reflexivität ihre Handlungswirksamkeit. Der Fahrer fährt schneller als er wollte oder geht härter in die Kurve. Es werden Risiken eingegangen, die objektiv nicht mehr ausreichend kontrollierbar sind und zu starken Unfällen führen können.

Doch auch bei angemessener Risikoabwägung bleibt weiterhin eine Gefahr: Durch unvorhersehbare Veränderungen der Situation oder der eigenen Funktionstüchtigkeit können sich die Bedingungen ändern, so dass diese nicht mehr kontrolliert werden können. Als Beispiel kann beim Motorradfahren ein plötzlich auftauchendes Hindernis – z. B. Wild – genannt werden oder ein Krampf im Bein beim Free-Climbing.

Entzug von Flow

Flow-Entzug kann negative Folgen haben, wie durch eine Untersuchung bewiesen wurde.

Der Entzug von Flow kann negative Folgen haben, wie eine Untersuchung von Mihaly Csikszentmihalyi (1985) aufzeigt. Zuerst mussten die 20 Teilnehmer des Experiments ihre nicht zweckgebundenen Verhaltensweisen registrieren. Die Teilnehmer wurden gebeten, diese Verhaltensweisen innerhalb von 48 Stunden nicht mehr auszuüben. Sie konnten ihr Alltagsleben ausführen, also arbeiten, Informationen austauschen etc., ihre Aktivität sollte sich dabei aber nur auf das Notwendigste beschränken. Die Ergebnisse wurden mittels einer Reihe psychologischer Tests, welche vor und nach dem Experiment stattfanden, ermittelt. Schon dieser kurze Entzug von Flow führte bei den Teilnehmern zu körperlichen Beschwerden wie Müdigkeit, Schläfrigkeit und Kopfweh, sie stuften sich insgesamt als weniger gesund und angespannter als vor dem Experiment ein. 15 Teilnehmer stuften sich nach dem Experiment als weniger kreativ ein, 12 als weniger vernünftig. Dazu traten bei den Probanden Reizbarkeit und Niedergeschlagenheit auf.

Leider wurde der Flow-Entzug bis heute nicht weiter untersucht, so dass in diesem Bereich Handlungsbedarf besteht.

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