Flow Geschichte – Geschichtlicher Abriss

Die Entstehung der Flow-Theorie entstand aus der Beobachtung von arbeitenden Künstlern. Der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi interessierte sich für die Gründe, welche Menschen dazu bringen, viel Energie und Zeit auf eine Tätigkeit zu verwenden, welche nicht durch die üblichen Belohnungen wie z. B. Geld oder Ruhm motiviert sind. Durch Interviews stellte sich heraus, dass diese intrinsisch motivierten Tätigkeiten mit einer bestimmten Erlebensweise einhergehen, dem Flow-Erleben.

Der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi untersuchte 1965 eine Gruppe männlicher Künstler im Rahmen seiner Doktorarbeit zum Thema Kreativität ( Csikszentmihalyi 1965 ). Die beobachteten Bildhauer und Maler verbrachten Stunden und Tage damit, konzentriert und voller Freude an ihren Skulpturen und Bildern zu arbeiten.

Sobald eines der Werke vollendet war, verlor der Künstler überraschenderweise das Interesse daran. Nur wenige Künstler erwarteten, durch ihre Werke reich oder berühmt zu werden; keine der extrinsischen Belohnungen wie Geld oder Anerkennung schienen eine Rolle zu spielen. Es war offensichtlich, dass der Grund für ihre Motivation in der Tätigkeit selber liegen musste.

Die vorherrschenden Motivationstheorien konnten Mihaly Csikszentmihalyi keine ausreichenden Erklärungen für seine Beobachtungen geben. So kam Csikszentmihalyi zu dem Schluss, dass die Gründe für die Freude in der Aktivität selber lagen, die Belohnung des Malens war offenbar das Malen selber.

Um mehr darüber zu erfahren führte er eine Studie an der University of Chicago mit Hilfe von Fragebögen und Tiefeninterviews an über 200 Personen durch ( Csikszentmihalyi, 2000 ). Neben Amateursportlern, Schachmeistern, Felskletterern, Tänzern, Basketballspielern und Komponisten auch Lehrer und Chirurgen in die Studie mit aufgenommen. Es wurden speziell diese Gruppen ausgewählt, weil diese Aktivitäten in sich selbst belohnend zu sein schienen.

Die Interviewpartner berichteten, dass sie viel Energie und Zeit auf die betreffenden Tätigkeiten verwendeten, weil sie daraus ein besonderes Erleben ziehen.

Es stellte sich heraus, dass die befragten Personen in den verschiedenen Gruppen das Erleben mit nahezu identischen Worten beschrieben, welches von ihnen als autotelisch (gr; auto = selbst; telos = Ziel) oder an sich lohnend empfunden wurde.

So findet man in einer Vielzahl menschlicher Bereiche einen bemerkenswert übereinstimmenden seelischen Zustand, der in sich selbst tief befriedigend ist. Dabei ist das Tun, also die Aktivität selber, von entscheidender Bedeutung und nicht das Ziel.

Dieser übereinstimmende seelische Zustand wurde von Mihaly Csikszentmihalyi Flow genannt, zum einen, weil einige von den Interviewpartnern diesen Begriff selber benutzt hatten, zum anderen, weil der genauere Ausdruck autotelisches Erleben umständlicher war ( Csikszentmihalyi, 1995 ).

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