Flow-Modelle

Csikszentmihalyi entwickelte ein Flow-Modell, welches über die Jahre hinweg verfeinert wurde.

Flow kann als Prozess in einem schmalen Kanal zwischen Langeweile und Angst gesehen werden. Es ist ein relationales Gefüge, das bedeutet, dass Struktur und Verlauf des Kanals nicht für alle Menschen gleich sind, er weist interindividuelle Unterschiede auf. Mihaly Csikszentmihalyi entwickelte aus diesen Beobachtungen sein erstes Flow-Modell:

Der flow-Kanal, Csikszentmihalyi, 1985 , S.75

Das überarbeitete Flow-Modell

Massimini und Carli haben in ihrer Studie gezeigt, dass die Passung von Fähigkeiten und Anforderung nur zu Flow führt, wenn beide Faktoren subjektiv überdurchschnittlich hoch ausgeprägt sind ( Massimini / Carli, 1991 ), niedrige Anforderungen und Fähigkeiten führen nicht zu Flow. Dieser Entwicklung hat Mihaly Csikszentmihalyi mit seinem erweiterten Flow-Modell von 1991 Rechnung getragen:

Das revidierte Flow-Modell (modifiziert nach Csikszentmihalyi & Csikszentmihalyi, 1991a , S. 286)

Die Pfeile zeigen das durchschnittliche Anforderungs- und Fähigkeitsniveau einer Person an, nur über diesem kritischen Punkt ist Flow möglich. Die zu hohen Anforderungen führen zu Angst, zu hohe Fähigkeiten hingegen zu Langeweile. Sind Anforderungen und Fähigkeiten zu niedrig, so entsteht nach Aussage von Massimini und Carli kein Flow. Csikszentmihalyi nennt dieses „Apathie“.

Das 8 Kanal Modell

Massimini und Carli haben dieses Modell zu einem Acht-Kanal-Modell erweitert. Durch Kombination aus den höher oder geringer wahrgenommenen Anforderungen und Fähigkeiten unterscheiden sie zwischen acht verschiedenen Beziehungen:

  1. Hohe Anforderungen und durchschnittliche Fähigkeiten
  2. Hohe Anforderungen und hohe Fähigkeiten (Flow)
  3. Durchschnittliche Anforderungen und hohe Fähigkeiten
  4. Niedrige Anforderungen und hohe Fähigkeiten
  5. Niedrige Anforderungen und durchschnittliche Fähigkeiten
  6. Niedrige Anforderungen und niedrige Fähigkeiten (Apathie)
  7. Durchschnittliche Anforderungen und niedrige Fähigkeiten
  8. Hohe Anforderungen und niedrige Fähigkeiten (Angst)

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