Flow-Variablen

Demografie- und Persönlichkeitsvariablen, die Flow-beeinflussend wirken

Flow ist ein Phänomen unabhängig von Kultur oder Geschlecht. Dennoch gibt es ein paar Faktoren, die das Flow-Empfinden beeinträchtigen oder sogar für bestimmte Tätigkeiten unmöglich machen können wie z. B. das Alter oder psychologische Merkmale und Krankheiten.

Neben den Eigenschaften, welche die autotelische Persönlichkeit betreffen, nennt Csikszentmihalyi im Laufe seiner Veröffentlichungen folgende weitere Gründe, die das Flow-Erleben beeinträchtigen oder unterstützen können:

Alter

Mit steigendem Alter lassen die physischen und kognitiven Fähigkeiten nach, deshalb kann nicht mehr bei jeder sportlichen oder geistigen Aktivität Flow empfunden werden. Als Beispiel dafür kann das Extremklettern angeführt werden, bedingt durch Muskelabbau im Alter kann dieses nur noch unter größten Anstrengungen oder unter extremer Senkung des Schwierigkeitsgrades stattfinden. Die hohe Anstrengung führt dabei eher zu Angst, der stark verringerte Schwierigkeitsgrad wiederum zu Langeweile, welche beide dem Flow abträglich sind.

Soziale Schichtzugehörigkeit

Auch die soziale Schichtzugehörigkeit kann das Flow-Erleben einschränken, denn nicht jeder Schicht ist z. B. jede Sportart zugänglich. So ist Reiten und Golf eher der Oberschicht zuzuordnen, da diese Sportarten recht kostenintensiv sind. Ebenso verhält es sich mit anderen Möglichkeiten, Flow zu empfinden.

Kulturelle Belohnungen

Belohnungen werden auch kulturspezifisch vorgenommen, so hat ein Fußballspieler in Deutschland ein wesentlich höheres Ansehen und Einkommen als ein Fußballspieler in Japan oder auch Amerika. Bedingt durch diese Unterschiede spielen viel mehr Menschen in Deutschland Fußball als z. B. in Amerika, somit können dort auch weniger Personen Flow im Fußball erleben.

Geschlecht und dadurch bedingte Sozialisation

Das Geschlecht hat insofern Einfluss auf das Flow-Erleben, da bestimmte Aktivitäten geschlechtsspezifischer sind als andere. Flow hängt von Fähigkeiten ab, hat das eine Geschlecht keine Übungsmöglichkeit für bestimmte Fähigkeiten, wird es aus den entsprechenden Aktivitäten kaum intrinsische Belohnungen ziehen können.

Doch neben diesen Sozialisationsunterschieden der Geschlechter gibt es auch Unterschiede in der Physis, die das Flow-Erleben beeinträchtigen können. So sind z. B. Frauen bei schweren körperlichen Tätigkeiten benachteiligter, in den Flow zu kommen.

Individuelle Fertigkeiten

Interindividuelle Unterschiede in der Physis oder in den kognitiven Fähigkeiten können dazu führen, dass nicht jede Aktivität für jede Person Flow-Erleben ermöglicht. So werden z. B. querschnittsgelähmte Menschen bei vielen Sportarten keinen Flow empfinden empfinden können, weil ihr Körper dafür nicht geeignet ist.

Psychologische Merkmale

Bei bestimmten psychischen Störungen wie Depression oder beim Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) kann man unter Anhedonie (Freud- und Lustlosigkeit) leiden, so können Zerstreuungen wie Spiele nicht genossen werden.

Extreme Schüchternheit oder starke Selbstbezogenheit sind weiterhin hinderliche psychologische Merkmale. Nach Csikszentmihalyi und Csikszentmihalyi (1991b) haben diese Menschen zu wenig Kontrolle über ihre psychische Energie, somit fehlt ihnen eine wichtige Komponente, um Flow empfinden zu können.

Trotz diesen Einschränkungen kann Flow aber prinzipiell von jedem Menschen
– gleich welchen Geschlechts und Kultur – empfunden werden.

Die Flow-Erfahrung „wurde in grundsätzlich gleichen Worten von alten Frauen in Korea geschildert, von Erwachsenen in Thailand und Indien, von Teenagern in Tokio, von Navajo-Hirten, Bauern in den italienischen Alpen und Arbeitern am Fließband in Chicago“ ( Csikszentmihalyi, 1992 , S. 17).

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