Flow Zusammenfassung

Zusammenfassung

Flow ist eine Form der intrinsischen Motivation und kann als das selbst- und zeitvergessene Aufgehen in einer glatt laufenden Tätigkeit beschrieben werden.

Der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi stieß auf dieses Phänomen, als er im Rahmen seiner Doktorarbeit Künstler bei der Arbeit beobachtete, die diese Arbeit um ihrer selbst willen ausführten.

Damit eine Person in Flow geraten kann, muss eine Passung von hohen Anforderungen und Fähigkeiten vorhanden sein, auch sollten die Handlungsstrukturen klar und mit einem festgelegten Ziel gegeben sein. Aus diesen Gründen eignen sich Spiele besonders für Flow-Erfahrungen.

Doch ist Flow prinzipiell bei jeder Tätigkeit möglich, sogar bei unangenehmen Tätigkeiten, wie bei der Arbeit. Trotzdem gibt es bestimmte Tätigkeiten, Flow-Aktivitäten genannt, die prädestiniert für das autotelische Erleben sind. So tritt tiefer Flow z. B. bei Aktivitäten auf, die Menschen das Übertreffen ihrer Grenzen ermöglichen.

Das autotelische Erleben ist ein Phänomen, welches prinzipiell jede Person, unabhängig von Alter, Geschlecht, Kultur oder sozialer Stellung, erfahren kann. Doch gelangen manche Menschen schneller in den Flow und erleben diesen häufiger als andere. Csikszentmihalyi nennt diese Personen autotelische Persönlichkeiten . Diese Personen passen z. B. durch Umbewertung und Umstrukturierung eine Tätigkeit ihren Fähigkeiten an, um so in den Flow zu geraten.

Der Flow-Zustand wird als besonders erfreulich beschrieben. Menschen im Flow fühlen sich glücklich, kreativ und stolz. Außerdem gehen sie gestärkt aus einer Flow-Episode heraus. Dabei sollen Menschen, die sich häufig im Flow befinden, ein hohes Selbstwertgefühl entwickeln.

Neben den vielen positiven Auswirkungen kann Flow jedoch auch negative Folgen mit sich ziehen. So besteht z. B. die Gefahr der Sucht nach Flow. Durch die erlebte Kontrolle kann es auch zur Selbstüberschätzung kommen, die bei gefährlichen Aktivitäten, wie z. B. Extremsportarten, sogar den Tod zur Folge haben könnte.

Da Flow bei allen Tätigkeiten empfunden werden kann, ist auch das Surfen im Internet eine mögliche Flow-Aktivität, welche besonders durch ihren interaktiven Charakter und der Ermöglichung der totalen Kontrolle des Users Flow-geeignet ist. Doch das ungleich komplexere Medium Computer und das Internet machen eine Erweiterung des Flow-Modells notwendig, so fügen Hoffman und Novak zwei sekundäre Bedingungen – Interaktivität und Telepräsenz – dem Flow-Modell hinzu.

Das Messen des Flows ist problematisch, da es ein Erlebensphänomen ist. Die meisten Untersuchungen stützen sich deshalb auf Interviews oder Fragebögen. Eine Möglichkeit, den Flow direkt im Alltag und zeitnah zu messen, ist die ESM von Mihaly Csikszentmihalyi. Dabei werden die Probanden mittels eines Signalgebers aufgefordert, ihren momentanen Zustand und eine Tätigkeitsbeschreibung auf Skalen festzuhalten.

Da immer noch keine ausreichenden Erkenntnisse über die genaue Struktur und Beschaffenheit des Flow-Phänomens vorliegen, ist eine weitere empirische Untersuchung in diesem Bereich notwendig, die Forschung darf sich jedoch nicht nur auf die optimale Beanspruchung konzentrieren, da Flow aus mehreren Komponenten besteht. Deshalb sollte weiterhin versucht werden, Flow in allen seinen Facetten zu untersuchen und zu erfassen.

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