Flow – Arten der Motivation

Zwei Arten der Motivation

Motivation ist die Frage nach dem Antrieb menschlichen Verhaltens, es kann zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterschieden werden.

Sowohl aus unserer Selbstbeobachtung als auch aus der Beobachtung von anderen Menschen ist uns das Faktum bekannt, dass ein und derselbe Mensch zu unterschiedlichen Zeiten sich unterschiedlich verhält und damit offensichtlich unterschiedliche Ziele verfolgt. Ebenso verhalten sich zwei Menschen, die sich in der gleichen Situation befinden, nicht unbedingt ähnlich.

Die Frage nach der Motivation ist eine Frage nach dem Antrieb menschlichen Verhaltens. Warum wird der Mensch aktiv und woher kommt diese Zielgerichtetheit?

Rheinberg definiert Motivation wie folgt:
Motivation ist die „aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzugs auf einen positiv bewerteten Zielzustand“ ( Rheinberg, 2004a , S. 16).

Umgangssprachlich ausgedrückt tut man also etwas, weil man sich von dem Ergebnis etwas Bestimmtes erhofft. Man liest z. B. ein Buch, weil man mehr über ein bestimmtes Thema erfahren möchte. Wichtig ist, dass dieser Zielszustand ohne eigenes Zutun nicht eintreten würde, man selber muss aktiv werden.

Der positiv bewertete Zielzustand kann jedoch auch in der Vermeidung oder Abwehr bestimmter unerwünschter Ereignisse liegen. So spült man nach Wochen sein Geschirr, weil man nichts mehr hat, woraus man eine Suppe essen könnte.

Die Tätigkeit kann also per se unangenehm sein, das Ziel ist jedoch mit attraktiven Anreizen verbunden.

Daraus ließe sich schließen, dass der Zielzustand der Gegenstand ist, der Anreiz besitzt und die zielführende Aktivität ist lediglich das Instrument, um diesen Zustand zu erreichen. Demnach würde die Aktivität ihre Reize aus dem Anreiz ihres Ergebnisses ziehen. Doch lässt sich auch beobachten, dass Menschen Tätigkeiten nachgehen, bei der keine äußeren Belohnungen zu erkennen sind, deren Attraktivität aus dem Vollzug geschöpft wird.

Beispiele dafür wären Tanzen, ein Spiel oder auch ein Instrument spielen.

So kann grundsätzlich zwischen zwei Arten von Motivation unterschieden werden, intrinsische und extrinsische.

Intrinsische Motivation liegt vor, wenn eine Person eine Handlung um ihrer selbst willen wegen der ihr innewohnenden Anreize ausführt. Von extrinsischer Motivation sprechen wir, wenn eine Handlung hauptsächlich wegen bestimmter mit ihr verbundener Konsequenzen, die zu der Handlung selbst in keinem direkten Verhältnis stehen, erfolgt ( Deci / Ryan, 1985 ; Pekrun, 1988 ). Die Flow-Theorie von Mihaly Csikszentmihalyi ist eine Form der intrinsischen Motivation, die Tätigkeit wird um ihrer selbst willen ausgeführt. Das Flow-Konzept stellt das positive Erleben und die „Freude am Tun“ in den Mittelpunkt seiner Theorie.

Motivationstheorien der 60er Jahre

Mitte der 60er Jahre beruhten die meisten Motivationstheorien auf einem Defizit-Modell, das davon ausging, dass es nur eine beschränkte Anzahl lustvoller physiologischer Zustände gibt. Nach diesem Modell besteht das Verhalten lediglich aus angeborenen und gelernten Reaktionen, welche auf die Befriedigung der Grundbedürfnisse ausgerichtet sind. Es sagt aus, dass man nur aus einer beschränkten Anzahl von Erlebnissen und Objekten Lust beziehen kann. In der Konsequenz ist das Leben notgedrungen ein leidvoller Zustand.

Die weiteren Forschungen zur Motivation zu dieser Zeit erklärten das Verhalten aus äußeren Belohnungen heraus wie z. B. Geld oder Ruhm.

Eine der wenigen Ausnahmen, die sich mit der intrinsischen Motivation befassten, war der Psychologe Abraham Maslow (1965, 1973). Er teilte Handlungsmotive in fünf Gruppen ein, die hierarchisch aufeinander bezogen waren und kam so auf eine Bedürfnispyramide. Seine Theorie besagt, dass ein höheres Bedürfnis nur dann aktiviert wird, wenn die niedrigeren befriedigt sind. Die beschriebene Motivation der Künstler führte Maslow auf das in der Kette am höchsten stehende Bedürfnis zurück, ein Bedürfnis nach Selbstverwirklichung.

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