Usability

Es gibt allerhand Richtlinien für das Design von Produkten, mit denen der Mensch auf physischer Ebene interagiert. Diese Produkte sind nach Normen der Ergonomie für den normalen Menschen erstellt worden. Das Wort Ergonomie beschreibt die Wissenschaft, die sich mit den Arbeitsbedingungen und deren Anpassung an den Menschen befasst.

Die primäre Aufgabe eines Webdesigners ist die Erstellung und Pflege von Websites im World Wide Web. Der Webdesigner ist hierbei vor allem für die Gestaltung, den Aufbau und die Nutzerführung, d.h. das Interface Design und die Umsetzung des Corporate Designs, das Firmenstandarddesign, das ihm vorgegeben wird, verantwortlich.

In großen Interetagenturen wird der Webdesigner oftmals ausschließlich für das grafische Design der Webseiten eingesetzt. Weitergehende Aufgaben werden dann von anderen Spezialisten in Arbeitsteilung übernommen. So gibt es Content Manager, Suchmaschinenoptimierer und Programmierer. In letzter Zeit gibt es vermehrt den Wunsch nach Spezialisten im Bereich Usability, da der Ruf nach einer guten Benutzerfreundlichkeit von Internetseiten immer größer wird. Große Firmen leisten sich heutzutage sogar schon eigene Usability-Abteilungen. Solche Firmen finden sich allerdings primär in der Softwarebranche, während in Internetagenturen in diesem Bereich noch gespart wird und die Usability noch ein Nebenaspekt ist, dem man sich zuwendet, wenn noch etwas vom Budget übrig geblieben ist. Darum ist es besonders wichtig, dass sich jeder Webdesigner zumindest einmal mit dem Thema Usability auseinandergesetzt hat, damit seine Sinne für die ganz großen vermeidbaren Usability-Fehler geschärft werden.

Usability heißt ins Deutsche übersetzt Benutzbarkeit bzw. Benutzerfreundlichkeit. Web-Usability ist also die Benutzerfreundlichkeit des Internets oder einer Webpräsenz (engl. Website).

Eine Website kann je nach Größe und Funktion über eine unübersichtlich große Menge an Informationen verfügen. Um diese Informationen für den User zugänglich zu machen, muss eine Website ein ausreichend benutzerfreundliches Interface besitzen. Jef Raskin (2001) bezeichnet die Schnittstelle zwischen Mensch und Computer als Interface oder Oberfläche. Er prägte ebenfalls den Begriff Kognetik, welcher im folgenden Absatz erklärt wird und welchen man als die Ergonomie des Geistes und somit als Grundlage der Usability bezeichnen kann.

Es gibt allerhand Richtlinien für das Design von Produkten, mit denen der Mensch auf physischer Ebene interagiert. Diese Produkte sind nach Normen der Ergonomie für den normalen Menschen erstellt worden. Das Wort Ergonomie beschreibt die Wissenschaft, die sich mit den Arbeitsbedingungen und deren Anpassung an den Menschen befasst. Das Wort setzt sich aus den Wörtern ergon (gr. Arbeit, Werk) und nomos (gr. Gesetz, Regel) zusammen. Die Ergonomie ist demnach die Wissenschaft von der Gesetzmäßigkeit menschlicher Arbeit. Zentral ist dabei die Verbesserung der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine lässt den Menschen die Funktionen des Produkts verstehen. Diese wird nach den Gesetzmäßigkeiten der Ergonomie gestaltet. Die Gesetzmäßigkeiten der Ergonomie beruhen auf technischen, medizinischen, psychologischen und ökologischen Erkenntnissen. Die physiologischen Möglichkeiten und Grenzen des Menschen werden erfasst und im Design von Produkten und Maschinen angewandt. Stühle, Tische und andere Produkte werden entsprechend dieser Möglichkeiten und Grenzen des Menschen entworfen, dass sie für 95 % (Jef Raskin 2001) der Menschheit leicht zu benutzen bzw. zu bedienen sind.

Den Vorstellungen der Ergonomie entsprechend müssen für die Gestaltung einer Schnittstelle zwischen Mensch und Computer die kognitiven Fähigkeiten und Grenzen der Menschen katalogisiert werden. Jef Raskin, so genannter Vater des Macintosh Computers und Experte für User-Interfaces, nennt die „wissenschaftliche Beschäftigung mit dem passenden technischem Umfeld für unsere geistigen Fähigkeiten“ Kognetik (Jef Raskin, 2001, S. 28). Kognetik könnte man also als die Ergonomie des Geistes bezeichnen. Da eine Website eine spezielle Form einer Schnittstelle zwischen Mensch und Computer darstellt, gelten die Gesetzmäßigkeiten der Kognetik somit auch für das Internet.

Die technischen Möglichkeiten und Innovationen der Internetangebote wachsen täglich. Doch wissenschaftliche Studien zur Psychologie des Internets und dessen Wirkung, insbesondere im Zusammenhang von Gestaltung und Wahrnehmung, sind bisher trotz des steigenden Interesses am Thema Usability seitens der Webdesigner eher selten. Aus diesem Grund scheint es sinnvoll und unumgänglich, Erfahrungen und Erkenntnisse einiger Teilbereiche der Psychologie zu nutzen, wenn man sich dem Thema Webdesign und Usability nähern möchte. Gegenstand dieses Abschnittes sind also nicht nur die Web-Usability selbst, sondern auch die Disziplinen der Psychologie, die sich mit Fragestellungen auseinandersetzen, die aufgrund ihrer praktischen Anwendung in anderen klassischen Medien auch für das Thema Web-Usability von Bedeutung sind.

Nachdem die psychologischen Grundlagen geklärt worden sind, ist es sinnvoll, auf Produkt-Design im Allgemeinen einzugehen, da eine Website ebenfalls nur ein spezielles Produkt darstellt. Diese Tatsache lässt vermuten, dass sich die Prinzipien benutzerfreundlichen Produkt-Designs fast eins zu eins für das Internet in Anspruch nehmen lassen.